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Besondere Verfahren


Rotablation

In seltenen Fällen ist die Gefäßaufweitung mit einem Ballonkatheter wegen einer Verkalkung des Gefäßes nicht möglich. In diesem Fall kommt ein sog. Rotablator zum Einsatz. Dabei wird mit einem rotierenden, diamantbesetzten Miniaturbohrkopf der Kalk von der Gefäßwand abgetragen. In unserem Haus bestehen langjährige Erfahrungen mit diesem Gerät, das in vielen Kliniken und Praxen nur selten oder gar nicht eingesetzt wird.

Protektionssysteme

Bei bestimmten Eingriffen mit Ballonkathetern besteht die Gefahr, im Blutgefäß befindliche Gerinnsel durch den Einsatz des Ballonkatheters in die feinen Verästelungen der Herzkranzgefäße zu verschleppen und dort einen Gefäßverschluss auszulösen. Ein besonderes Risiko stellt dies bei der Katheterbehandlung von Bypassvenen dar. In der Regel verwenden wir bei solchen Eingriffen sog. Embolieprotektionssysteme, bei denen durch spezielle Filter oder mittels eines Ballons vermieden wird, dass an der Wand der Bypassvene befindliches thrombotisches Material im Rahmen des Kathetereingriffs verschleppt wird. Die Häufigkeit von Komplikationen, wie z.B. durch einen solchen Kathetereingriff bedingte Herzinfarkte, kann hierdurch drastisch gesenkt werden. Der Einsatz von Protektionssystemen verringert daher nach unserer Erfahrung erheblich das Risiko bei Eingriffen an Bypassgefäßen.

Rekanalisation (Wiedereröffnung) verschlossener Gefäße

Die Wiedereröffnung von chronisch verschlossenen Herzkranzgefäßen stellt eine besondere Herausforderung im Bereich der interventionellen Kardiologie dar. Unser Zentrum verfügt stets über neueste in diesem Zusammenhang entwickelte Kathetersysteme. Wir setzen sowohl konventionelle antegrade Verfahren (in Richtung des Blutstroms) ein und haben auch Erfahrung mit der Technik der retrograden Rekanalisation, bei der das verschlossene Gefäß über Nebenäste ("Kollateralen") eines durchgängigen Herzkranzgefäßes sondiert und in Gegenrichtung des Blutstroms wiedereröffnet wird. Durch den Einsatz der retrograden Rekanalisationstechnik kann die Erfolgsrate der Wiedereröffnung chronisch verschlossener Herzkranzgefäße von bisher ca. 70% auf über 90% erhöht werden.